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Mehr Budget, gleiche Leistung: Warum IT-Budgetgespräche so oft scheitern
Angelo F.
Redaktion I STRATIQ GmbH
Aktuelle Entwicklung
Zum 1. Juli 2026 hat Microsoft die Preise für zahlreiche Microsoft-365-Pläne angehoben. Die Erhöhungen betreffen Business-, Enterprise- und Frontline-Pläne sowie einzelne Zusatzkomponenten wie Windows Enterprise. Angekündigt wurde der Schritt bereits im Dezember 2025, bestehende Kunden wechseln zur nächsten Vertragsverlängerung in die neuen Preise. Parallel hat Broomcom das Lizenzmodell von VMware umgebaut. Dauerlizenzen gibt es nicht mehr, das Produktpertoire wurde auf wenige Abo-Bundles zusammengefasst, und im Januar 2026 beendete Broomcom sein Partnerprogramm für Cloud-Dienstleister in Europa. Der europäische Cloud-Verband CISPE reichte daraufhin im März 2026 Wettbewerbsbescherwde bei der EU-Kommission ein und sprach von kumulierten Kostensteigerungen von über 1.000 Prozent für betroffene Anbieter. Auch Adobe, Google und Atlassian haben 2026 erhöht. Wie stark solche Preisschritte inzwischen die Gesamtbudgets prägen, zeigt die Europa-Prognose von Gartner. Die IT-Ausgaben in Europa steigten 2026 voraussichtlich um 11,1 Prozent auf rund 1,4 Billion US-Dollar. Gartner nennt dafür zwei Gründe: den Ausbau von Kl, Cloud und Cybersecurity, und Preiserhöhungen quer durch alle Softwarekategorien. Analyst John-David Lowclock beschreibt, dass europäische IT-Verantwortliche trotz knapper Budgets und kaum wachsender Teams erheblich in Software investieren, auch um Zugang zu neuen Kl-Funktionen ihrer bestehenden Anbieter zu behalten.
kumulierten Kostensteigerungen
1 000%
Steigerung der IT Ausgaben (Europa)
11.1%
Warum ist das für Sie relevant?
In der Geschäftsführung kommt davon zunächst eine Zahl an: Das IT-Budget soll steigen. Was im Unternehmen sichhtbar wird, ist oft wenig. Dieselen Systeme, dieselben Prozesse, dieselbe Geschwindigkeit. Aus dieser Perspektive wirkt die IT wie ein Bereich, der jedes Jahr mehr kostet und dafür dasselbe liefert.
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Die IT-Leitung erlebt dieselbe Lage von der anderen Seite. Sie verhandelt Verträge, deren Preise sie nicht beeinflussen kann, und muss Geld beantragens, das vollständig in den Erhalt des Bestehenden fließt. Beide Einschätzungen sind für sich genommen zutreffend. Zäh werden diese Gespräche, weil keine Seite belegen kann, was die andere hören müsste.
Die häufigste Falschannahme
„Wenn das IT-Budget steigt, steigt auch die IT-Leistung.“
Diese Annahme sitzt auf beiden Seiten des Tisches. Ein wachsendes IT-Budget bedeutet heute in vielen Unternehmen zuerst einmal gleiche Leistung zu höherem Preis. Solange niemand beziffern kann, welcher Teil des Budgets vertraglich gebunden ist und welcher Teil überhaupt noch gestaltbar bleibt, wird jede Erhöhung zur Vertrauensfrage. Eine IT-Abteilung, die diese Unterscheidung nicht belegen kann, wird sie auch nicht durchsetzen.
Auswirkungen auf mittelständische Unternehmen
Aus der STRATIQ-Projekterfahrung: Bei einem deutschen Handelsunternehmen haben wir die gesamten IT-Kosten transparent gemacht, über alle Bereiche hinwegsottt nur für einzelne Posten. Auf dieser Grundlage ließ sich zeigen, wo Investitionen sinnvoll waren und wo sich ohne Risiko spare ließ. Die Wirkung lag weniger in der Analyse selbst als darin, dass IT und Geschäftsführung anschließend über dieselbe Zahlenbasis sprachen. Das veränderte die interne Diskussion über das IT-Budget spürbar.
Was das im Alltag bedeutet, zeigt sich vor allem an vier Stellen. Zunächst an den Kennzahlen, die im Gespräch verwendet werden. IT-Abteilungen berichten meist das, was ihre Systeme gut hergeben: Verfügbarkeit, Ticketzahlen, Reaktionszeiten. Diese Werte belegen, dass der Betrieb läuft. Die Frage der Geschäftsführung lautet aber, was das Geld für das Unternehmen bewirkt, und darauf geben sie keine Antwort. Zweitens verschlechtert sich die Verhandlungsposition gegenüber den Anbietern selbst. Wer nicht durchgerechnet hat, was ein Verbleib beim bisherigen Anbieter über die nächsten Jahre kostet, hat im Gespräch mit dem Lizenzgeber nichts in der Hand. Der wirksamste Hebel gegenüber einem Anbieter ist eine belastbar kalkulierte Alternative, und die entsteht nicht in der Woche vor Vertragsende. Drittens bleibenen Vertragsrisiken unsichtbar. Preisschritte und Modellwechsel wie bei VMware treffen Unternehmen dann besonders hart, wenn Laufzeiten und Kündigungsfristen nigends zusammengeführt sind. Im Ernstfall fehlt die Zeit, überhaupt Alternativen zu prüfen. Und viertens leidet das Verhältnis. Wenn jede Budgettrunde zur Rechtfertigung wird, sinkt die Bereitschaft der Geschäftsführung, der IT bei der nächsten, größeren Investitionen zu folgen.
Handlungsempfehlungen
Für die Vorbereitung und das Gespräch selbst haben sich fünf Dinge bewährt.
Führen Sie das Gespräch nicht in der Budgettrunde. Legen Sie Ihre Vertrags- und Preisübersicht Monate vorher vor, wenn nichts entschieden werden muss. Wer die Lage kennt, bevor es ums Geld geht, entscheidet später schneller. In der Budgettrunde selbst wird Ihre Zahl dann bestätigt statt verhandelt.
Legen Sie nie eine einzelne Zahl vor, sondern zwei bis drei Szenarien mit Folgen. Beim bisherigen Anbieter bleiben kostet X. Nachverhandeln kostet Y und bindet Z Tage. Wechseln kostet W, dauert so lange und birgt diese Risiken. Damit übergeben Sie die Entscheidung an die Ebene, die sie treffen soll, statt um eine Genehmigung zu bitten.
Sprechen Sie vorher mit der kaufmännischen Leitung. Wer die Zahlen prüft, sollte sie nicht zum ersten Mal in der Sitzung sehen. Hält die Kalkulation dieser Prüfung stand, ist das Gespräch mit der Geschäftsführung meist schon entschieden.
Beginnen Sie mit der Frist, nicht mit der Forderung. „Unser Virtualisierungsvertrag endet im März, danach gelten neue Konditionen“ erzeugt eine Entscheidung. „Wir brauchen mehr Budget für Virtualisierung“ erzeugt eine Diskussion.
Benennen Sie von sich aus, wo gespart werden kann. Wer ausschließlich fordert, verliert an Glaubwürdigkeit. Wer sagt, an welchen Stellen Einsparungen möglich sind und an welchen nicht, wird auch beim Nein ernst genommen.
Diese Kennzahlen machen ein Budgetgespräch belastbar:
Aufteilung des Budgets in gebundene Kosten und gestaltbare Mittel. Welcher Anteil fließt in laufenden Betrieb und bestehende Verträge, welcher steht für neue Vorhaben zur Verfügung? Diese eine Zahl beantwortet die meisten Rückfragen vorweg.
Preisentwicklung je Anbieter über mehrere Jahre. Entscheidend ist der Nachweis, welcher Teil der Steigerung von außen kam und nicht beeinflussbar war.
IT-Kosten je Nutzer oder je Geschäftsprozess statt Gesamtsumme. Das übersetzt IT-Ausgaben in eine Größe, die sich einordnen und vergleichen lässt.
Kosten des Nichtstuns, gerechnet über drei bis fünf Jahre, einschließlich Hardware, Migration und Schulung.
Als Geschäftsführer kommen Sie mit diesen drei Fragen schneller zum Kern als mit der Frage nach der Gesamtsumme: Welcher Anteil unseres IT-Budgets ist vertraglich gebunden? Welche Preissteigerungen kamen von außen, welche wären vermeidbar gewesen? Und welche unserer größten Verträge laufen wann aus?
Fazit
Steigende Lizenzpreise kann ein einzelles mittelständisches Unternehmen nicht verhandeln. Beeinflussbar ist, wie früh es davon weiß und wie darüber gesprochen wird. Solange ein wachsendes IT-Budget als steigende Kosten ohne Gegenwert gelesen wird, verliert die IT- diese Diskussion auch dann, wenn sie sachlich recht hat. Sichtbare Zahlen verändern das Gespräch: Wer weiß, welcher Teil des Budgets von außen bestimmt ist, kann gemeinsam entscheiden, wo der gestaltbare Rest den größten Nutzen stiftet. Im STRATIQ Enterprise IT Assessment ist Kosten & Effizienz eine von acht Bewertungsdimensionen. Es schafft die Transparenz, auf der belastbare Budgetentscheidungen aufsetzen können, und zeigt, wo Investitionen sinnvoll sind und wo sich ohne Risiko sparen lässt. Vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Strategiegespräch, um Ihren aktuellen Stand einzuordnen.