Aus der STRATIQ-Projekterfahrung: Bei einem deutschen Handelsunternehmen haben wir die gesamten IT-Kosten transparent gemacht, über alle Bereiche hinwegsottt nur für einzelne Posten. Auf dieser Grundlage ließ sich zeigen, wo Investitionen sinnvoll waren und wo sich ohne Risiko spare ließ. Die Wirkung lag weniger in der Analyse selbst als darin, dass IT und Geschäftsführung anschließend über dieselbe Zahlenbasis sprachen. Das veränderte die interne Diskussion über das IT-Budget spürbar.
Was das im Alltag bedeutet, zeigt sich vor allem an vier Stellen.
Zunächst an den Kennzahlen, die im Gespräch verwendet werden. IT-Abteilungen berichten meist das, was ihre Systeme gut hergeben: Verfügbarkeit, Ticketzahlen, Reaktionszeiten. Diese Werte belegen, dass der Betrieb läuft. Die Frage der Geschäftsführung lautet aber, was das Geld für das Unternehmen bewirkt, und darauf geben sie keine Antwort.
Zweitens verschlechtert sich die Verhandlungsposition gegenüber den Anbietern selbst. Wer nicht durchgerechnet hat, was ein Verbleib beim bisherigen Anbieter über die nächsten Jahre kostet, hat im Gespräch mit dem Lizenzgeber nichts in der Hand. Der wirksamste Hebel gegenüber einem Anbieter ist eine belastbar kalkulierte Alternative, und die entsteht nicht in der Woche vor Vertragsende.
Drittens bleibenen Vertragsrisiken unsichtbar. Preisschritte und Modellwechsel wie bei VMware treffen Unternehmen dann besonders hart, wenn Laufzeiten und Kündigungsfristen nigends zusammengeführt sind. Im Ernstfall fehlt die Zeit, überhaupt Alternativen zu prüfen.
Und viertens leidet das Verhältnis. Wenn jede Budgettrunde zur Rechtfertigung wird, sinkt die Bereitschaft der Geschäftsführung, der IT bei der nächsten, größeren Investitionen zu folgen.